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Festgottesdienst mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr
und Tag der offenen Tür in der „neuen“ Schul
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_ WIESEDE – Am vergangenen Wochenende konnten ehemalige Schülerinnen und Schüler sowie Interessierte einmal Einblicke in die vergangenen 100 Jahre Schulgeschichte Wiesede erhalten. Denn das alte Volksschulgebäude auf der Warf wurde am 17. Oktober 1913, also genau vor 100 Jahren, eingeweiht. Seit 1961 gehen die Schüler in das neue Grundschulgebäude am Preefelder Weg. Das alte Schulgebäude ist seit den sechziger Jahren eine Kapelle und im Besitz der Kirchengemeinde.

Das Jubiläum der ehemaligen Dorfschule feierten Pastorin Karin Neese (l.) zusammen mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Pastor Jürgen Neese in einem Festgottesdienst. Davor befinden sich Caroline (l.), Helen und Bente, die das Fürbittengebet gesprochen haben | Bild © Martina Gerdes

Das Jubiläum der ehemaligen Dorfschule feierten Pastorin Karin Neese (l.) zusammen mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr und Pastor Jürgen Neese in einem Festgottesdienst. Davor befinden sich Caroline (l.), Helen und Bente, die das Fürbittengebet gesprochen haben | Bild © Martina Gerdes

Grund genug um die vergangenen Jahre mit einer Festwoche zu feiern. Den Abschluss und einer der feierlichen Höhepunkte der Festwoche bildete der Festgottesdienst am vergangenen Sonntag. Gestaltet wurde er von dem Pastorenehepaar Karin und Jürgen Neese. Die Festpredigt hielt Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr aus Emden. Den musikalischen Rahmen übernahmen die „Dorfspatzen“ und der Gitarrenchor unter der Leitung von Anita Arians, sowie der Posaunenchor aus Reepsholt. Das Fürbittengebet am Schluss des Gottesdienstes hielten Bente, Caroline und Helen. Sie trugen Kleider, die der Schulkleidung von damals nachentworfen wurde, sowie einen alten Ranzen.

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr | Bild © Martina Gerdes

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr | Bild © Martina Gerdes

Nach dem Gottesdienst ging es zu Fuß von der heutigen Kapelle über die Wieseder Dorfstraße und dem Auricher Weg zum heutigen Grundschulgebäude. Dieser Fußmarsch soll an den Umzug vom alten Volksschulgebäude ins neue Schulgebäude erinnern, den die Schülerinnen und Schüler 1961 zusammen mit ihren Lehrern gingen.

Fußmarsch | Bild © Martina Gerdes

Fußmarsch | Bild © Martina Gerdes

Seit damals hat sich eine Menge verändert und so war es für die Kinder, Lehrerinnen und Lehrer der Schule sehr spannend, sich in Vorbereitung auf die Geburtstagsfeier mit den vergangenen 100 Jahren zu beschäftigen. Um einen besseren Einblick in das Schulleben von damals zu bekommen, besuchten sie das Schulmuseum in Bohlenbergerfeld sowie die Dorfschule im Torf- und Siedlungsmuseum in Wiesmoor.

Schule damals und heute - Ein Klassenzimmer um 1900. Lese- und Schreibübungen auf der Schiefertafel, das Rechnen mit dem Abakus oder Rechenschieber – vieles hat sich in den letzten 100 Jahren geändert| Bild © Martina Gerdes

Schule damals und heute – Ein Klassenzimmer um 1900. Lese- und Schreibübungen auf der Schiefertafel, das Rechnen mit dem Abakus oder Rechenschieber – vieles hat sich in den letzten 100 Jahren geändert| Bild © Martina Gerdes

Am Sonntag konnten sie erstmals die Ergebnisse des Schulprojekts „Schule früher“ der Öffentlichkeit vorstellen. Eigens für den „Tag der offenen Tür“ wurde sogar eine Schulklasse aus dem Jahr 1913 nachgestellt. Die Ausstattung dafür erhielt die Schule vom Nordwestdeutschen Schulmuseum in Zetel-Bohlenbergerfeld. Viele Erinnerungsstücke aus der vergangenen Zeit konnten die Besucher begutachten: Einen alten Puppenwagen, gestickte Kleider und Schürzen, eine Nähmaschine, Ranzen, Schulbücher, Fotos, Poesiealben und noch vieles mehr.
„In der Grundschule Wiesede unterrichten heute zehn Lehrer 147 Schulkinder. Vor 100 Jahren waren es ein bzw. zwei Lehrer für 105 Schüler – heute ist das für uns absolut unvorstellbar“, so Schulleiterin Tanja Janßen beim „Tag der offenen Tür“.

So sieht der Englischunterricht heute in der Grundschule Wiesede aus | Bild © Martina Gerdes

So sieht der Englischunterricht heute in der Grundschule Wiesede aus | Bild © Martina Gerdes

Sie richtete ein dickes Lob an die Dorfgemeinschaft, besonders an Günter Peters, die Mitarbeiter in der Schule, das Pastorenehepaar Neese für die so gut organisierte Jubiläumswoche. Ein besonderer Dank ging auch an die Bürgermeisterin Karin Emmelmann und die Autorin Christa Herzog.

Dr. Dietrich Werner erzählte, dass er vier Jahre in Wiesede zur Schule gegangen sei und stellte fest, das in dem neuen Buch von Christa Herzog etwas ganz wichtiges fehlt: Nämlich das, woran „wir“ uns noch manchmal erinnern. Die unvergesslichen Schulerlebnisse und die Gespräche der Schüler untereinander. Um die Erlebnisse und Gedanken der jetzigen Schülerinnen und Schüler für die Nachwelt zu erhalten, stiftet Dr. Dietrich Werner für jedes Kind ein Heft. „Hier könnt ihr eure Gedanken und Gespräche aufschreiben, für dieses Buch gibt es keine Regeln. Ihr könnt selbst entscheiden was ihr hineinschreibt.“

Erschienen im Anzeiger für Harlingerland
Autor: Martina Gerdes

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