Schlagwörter

, , ,

Erinnerungen an eine schöne aber auch schwierige Zeit

Günter Peters nimmt auch weiterhin gerne alte Dokumente und Fotos an, um sie zu digitalisieren und für die Nachwelt zu erhalten.

WIESEDE – Das alte Wieseder Volksschulgebäude wurde im Oktober 100 Jahre alt. Da nicht alle Ehemaligen zu dem „großen“ Klassentreffen in der vergangenen Woche kommen konnten, hatte sich die Dorfgemeinschaft überlegt einen zusätzlichen Termin für ein Klassentreffen einzurichten.
Somit trafen sich am vergangenen Mittwoch 20 ehemalige Schülerinnen und Schüler der alten Volksschule, am Ort ihrer Kindheit, wieder. Es ist schon viele Jahre her, dass diese Frauen und Männer zusammen die Schulbank gedrückt haben. Und nun saßen sie wieder dort. Aber dieses Mal nicht auf einer Schulbank, sondern gemütlich bei einer Tasse Tee und selbstgebackenem Kuchen in der heutigen Kapelle. Mag auch zwischen damals und heute eine ganze Menge passiert sein, an die alte Schule kann sich noch jeder erinnern. „Zum Thema „Schule“ können wir alle mitreden“, stellt der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Wiesede-Upschört Günter Peters fest. „Wir waren lange Zeit dabei, da sind wir alle Experten.“

Was sich mit der gemeinsamen Schulzeit alles an Erinnerungen verbindet, war bei dem „kleinen“ Klassentreffen ebenso Gesprächsstoff, wie die einzelnen Schicksale in den Jahren und Jahrzehnten danach. Und Geschichten für Gespräche gab es genug. Es wurde über die gemeinsamen Unterrichtsstunden sowie die ehemaligen Lehrer gesprochen, aber auch über so manchen Streich, der den Mitschülern oder auch den Mestern damals gespielt wurde. Und wer die Energie der ehemaligen Schülerinnen und Schüler erlebt hat, der kann sich gut vorstellen, wie viel Trubel damals in den Klassen geherrscht haben muss.

Die ehemaligen Volksschüler reisen zurück in ihre Schulzeit. Sie erinnerten sich an die alten Zeiten und blätterten in Schulheften von damals. Im Hintergrund die Fotoausstellung mit Bildern von 1913 bis heute | Bild © Martina Gerdes

Die ehemaligen Volksschüler reisen zurück in ihre Schulzeit. Sie erinnerten sich an die alten Zeiten und blätterten in Schulheften von damals. Im Hintergrund die Fotoausstellung mit Bildern von 1913 bis heute | Bild © Martina Gerdes

Mit der Schul- und Ortsgeschichte von Wiesede beschäftigt sich auch das neue Buch von Christa Herzog. „Es ist spannend und sehr informativ. Für die uns nachfolgende Generation wird diese Dokumentation sicherlich gerne als Nachschlagewerk unserer Geschichte genutzt werden. Ich kann nur allen empfehlen das Buch zu kaufen, “ so Günter Peters.

Alte Schulfotos, Ansichten von Straßenzügen oder Häusern, Eindrücke von Veranstaltungen – früher wurde nicht so viel fotografiert wie heute. Um die wenigen Eindrücke aus der Vergangenheit für die Zukunft zu sichern, bat Peters die Gäste um deren Mithilfe: „Wenn ihr noch alte Fotos und Dokumente zuhause habt und diese nicht mehr selbst benötigt, übergebt sie doch bitte der Dorfgemeinschaft.“ Die „alten Schätze“ sollen dann zeitgemäß archiviert und für die zukünftige Generation erhalten werden. In diesem Zusammenhang erzählte der Vorsitzende von einem über 100 Jahre altem Fotoalbum. Das Album wurde kürzlich im Altpapier gefunden. Der Finder las zufällig in der Zeitung vom 100-jährigen Jubiläum der ehemaligen Volksschule und überreichte dieses sehr gut erhaltene Werk schließlich an die Dorfgemeinschaft.

Erschienen im Anzeiger für Harlingerland
Autor: Martina Gerdes

Advertisements